Alles Banane
730
Das ist die von mir grob über den Daumen gepeilte Anzahl an Panikattacken, die ich im Jahr 2025 erlebt habe. Die Rechnung war recht simpel. 365 Tage × 2 Mahlzeiten = 730. Frühstück zählt nicht – das wird eh meistens übersprungen. Eine Mahlzeit weniger, eine Panikattacke weniger. Effizienz hat eben viele Gesichter.
"Essen. Vitalwerte checken. Timer auf eine Stunde."
Das war im Schnitt die Zeit, die ich gebraucht habe, um meinen Kopf von Überlebensinstinkt: „Ich sterbe jeden Moment" auf „Es reicht aus, wenn ich die Hausarbeit erst morgen anfange" umzustellen. Ein Pendelausschlag zwischen existenziellem Abgrund und studentischer Prokrastination. Hört sich absurd an … war es auch!
Stell dir vor, du hast in deinem Leben 943 Bananen gegessen, und plötzlich denkst du dir bei Nr. 944: Was ist, wenn ich allergisch auf Bananen bin? Aber nicht so ein bisschen – so richtig.
Kurz Atemnot. -> Umkippen. -> Tod.
Glaub mir, wenn ich dir sage: Das nervt extrem.
Klar. Tief im Inneren weiß ich schon, dass ich nicht plötzlich eines schrecklichen, unausweichlichen Todes sterben werde. Aber das mit dem Wissen ist eben so eine Sache. Natürlich habe ich den Herd ausgemacht, bevor ich in die Uni gegangen bin, aber wenn ich oft genug darüber nachdenke, bin ich mir auch nicht mehr so sicher. Im Grunde genommen ist die Unsicherheit über den Herd auch der USP aller Weltreligionen. Aber ich schweife ab.
Wo waren wir? … Qualvoller Tod durch Atemnot … genau.
Erkenntnisse
Mein Körper hatte sich also für 2025 den Vorsatz genommen, eine unrealistische Angststörung als Auslöser für tägliche Panikattacken durchzusetzen. Kein Fitnessziel, keine Diät – mein Körper dachte groß. Und neben der Problematik, langsam aber sicher zum Picky Eater zu werden, musste ich mich immer wieder unweigerlich einem persönlichen Tribunal bestehend aus meinen Errungenschaften stellen.
Denn wenn der Körper überzeugt ist, dass er in den nächsten Sekunden abnippelt, zieht der Kopf automatisch Bilanz. Was habe ich eigentlich erreicht? Was bleibt, wenn ich jetzt – mit Gabel im Mund und geöffneter Netflix Startseite – tatsächlich abtreten würde?
Und dann, mitten in diesem selbstauferlegten Verhör, passierte jedes Mal dasselbe: Ich fing an zu zählen. Nicht die Panikattacken – die kannte ich schon. Sondern die anderen Dinge. Die Momente, die Entscheidungen, die kleinen und großen Beweise dafür, dass ich mein Leben nicht einfach nur gelebt, sondern tatsächlich etwas daraus gemacht hatte. Das Studium. Die Freunde, die ich gewählt habe. Die Version von mir, die es bis hierher geschafft hat – bis zu Banane Nr. 944.
Fazit: Das war nicht genug… nicht mal annähernd.
Wie konnte das passieren?
Denk mal drüber nach
In dem einen Moment fest davon überzeugt, Kinderarzt oder Rockstar zu werden – im nächsten: Mikroökonomie, Drittversuch. Eine Schlussfolgerung meiner logischen Deduktion bei der Studienwahl: Medizin – zu viel Biologie, lieber nicht. Rockstar über Nacht – zumindest fragwürdig. Und wenn man genauer darüber nachdenkt, erkennt man für jedes Studium große Schwachstellen. Aber mit Wirtschaftswissenschaften lässt sich die genaue Spezifikation des eigenen beruflichen Bildungsweges zumindest noch etwas vertagen. Und schlecht ist das Studium allemal nicht.
Einziges Problem: Ich habe ein bisschen zu intensiv nachgedacht.
Denn jetzt, mit der unwahrscheinlichen Realität konfrontiert, von Banane 944 niedergestreckt zu werden, fällt mir auf, dass ich weder traurig darüber bin, Mikroökonomie nicht im ersten Versuch mit 1,0 bestanden zu haben, noch darüber, dass das IB nicht mehr möglich ist.
Ich denke mir einfach nur:
"Keiner weiß, wer ich bin."
Während meines gesamten Studiums wollte ich Musik veröffentlichen, Texte schreiben, DJ werden und Events veranstalten. Spoiler: Hab ich nicht.
Warum? Ich habe ein bisschen zu intensiv nachgedacht.
Den Song, den ich gemacht habe, kann ich auch besser machen. Texte schreiben überlassen wir lieber Benjamin von Stuckrad-Barre. Und DJ werden zu wollen ist so ziemlich das Proletenhafteste, was geht. Was werden denn die Anderen denken?
Dabei hätten sie wenigstens irgendetwas von mir gedacht.
Denn wenn ich ganz genau darauf achte, kratzt Banane 944 ganz leicht im Hals.….
Stucki
Mittlerweile wurde Banane 944 durch weitere, weniger dramatische Begegnungen abgelöst. Ich sitze im Kollwitzkiez in Berlin an meiner Stammweinbar und genieße die Sonne, während ich eine Mandel-Cantuccini in meinen Kaffee tunke. Das Schreiben habe ich nicht alleine Benjamin von Stuckrad-Barre überlassen. Sein Buch Panikherz liegt vor mir, und das schlimmstmögliche Neondesign zerstört fast die Ästhetik, die mein Tisch in der Sonne ausstrahlt.
Ich erinnere mich daran, das Buch geliebt, es aber irgendwann aufgehört zu lesen zu haben. Also schlage ich es willkürlich auf. Seite 150: „Der große Tag war gekommen, als Reporter des Rolling Stone traf ich Udo im Hotel Atlantic zum Interview."
Ich lehne mich langsam zurück in meinen Stuhl und setze die Sonnenbrille auf, um zu verbergen, was dahinter passiert. Ich habe soeben entdeckt, dass ich – rein zufällig, durch mein Handeln der letzten Monate – mir einen längst vergessenen Jugendtraum erfüllt habe. Unabsichtlich. Ohne Vorsatz. Ohne Timer.
Ich ertappe mich dabei, tief einzuatmen. Nicht weil ich Angst vor dem Ersticken habe – sondern weil mir beim Ausatmen eine innere Ruhe beiwohnt, die ich seit Langem nicht mehr gespürt habe.
Als hätte mein Körper endlich aufgehört, Bilanz zu ziehen – und einfach nur geatmet.
Noch nicht schnulzig genug?
Was könnte ein Wort sein, dass dieser Website eine gewisse Bedeutung verleiht.
ODEM.
730
Das ist die von mir grob über den Daumen gepeilte Anzahl an Panikattacken, die ich im Jahr 2025 erlebt habe. Die Rechnung war recht simpel. 365 Tage × 2 Mahlzeiten = 730. Frühstück zählt nicht – das wird eh meistens übersprungen. Eine Mahlzeit weniger, eine Panikattacke weniger. Effizienz hat eben viele Gesichter.
"Essen. Vitalwerte checken. Timer auf eine Stunde."
Das war im Schnitt die Zeit, die ich gebraucht habe, um meinen Kopf von Überlebensinstinkt: „Ich sterbe jeden Moment" auf „Es reicht aus, wenn ich die Hausarbeit erst morgen anfange" umzustellen. Ein Pendelausschlag zwischen existenziellem Abgrund und studentischer Prokrastination. Hört sich absurd an … war es auch!
Stell dir vor, du hast in deinem Leben 943 Bananen gegessen, und plötzlich denkst du dir bei Nr. 944: Was ist, wenn ich allergisch auf Bananen bin? Aber nicht so ein bisschen – so richtig.
Kurz Atemnot. -> Umkippen. -> Tod.
Glaub mir, wenn ich dir sage: Das nervt extrem.
Klar. Tief im Inneren weiß ich schon, dass ich nicht plötzlich eines schrecklichen, unausweichlichen Todes sterben werde. Aber das mit dem Wissen ist eben so eine Sache. Natürlich habe ich den Herd ausgemacht, bevor ich in die Uni gegangen bin, aber wenn ich oft genug darüber nachdenke, bin ich mir auch nicht mehr so sicher. Im Grunde genommen ist die Unsicherheit über den Herd auch der USP aller Weltreligionen. Aber ich schweife ab.
Wo waren wir? … Qualvoller Tod durch Atemnot … genau.
Erkenntnisse
Mein Körper hatte sich also für 2025 den Vorsatz genommen, eine unrealistische Angststörung als Auslöser für tägliche Panikattacken durchzusetzen. Kein Fitnessziel, keine Diät – mein Körper dachte groß. Und neben der Problematik, langsam aber sicher zum Picky Eater zu werden, musste ich mich immer wieder unweigerlich einem persönlichen Tribunal bestehend aus meinen Errungenschaften stellen.
Denn wenn der Körper überzeugt ist, dass er in den nächsten Sekunden abnippelt, zieht der Kopf automatisch Bilanz. Was habe ich eigentlich erreicht? Was bleibt, wenn ich jetzt – mit Gabel im Mund und geöffneter Netflix Startseite – tatsächlich abtreten würde?
Und dann, mitten in diesem selbstauferlegten Verhör, passierte jedes Mal dasselbe: Ich fing an zu zählen. Nicht die Panikattacken – die kannte ich schon. Sondern die anderen Dinge. Die Momente, die Entscheidungen, die kleinen und großen Beweise dafür, dass ich mein Leben nicht einfach nur gelebt, sondern tatsächlich etwas daraus gemacht hatte. Das Studium. Die Freunde, die ich gewählt habe. Die Version von mir, die es bis hierher geschafft hat – bis zu Banane Nr. 944.
Fazit: Das war nicht genug… nicht mal annähernd.
Wie konnte das passieren?
Denk mal drüber nach
In dem einen Moment fest davon überzeugt, Kinderarzt oder Rockstar zu werden – im nächsten: Mikroökonomie, Drittversuch. Eine Schlussfolgerung meiner logischen Deduktion bei der Studienwahl: Medizin – zu viel Biologie, lieber nicht. Rockstar über Nacht – zumindest fragwürdig. Und wenn man genauer darüber nachdenkt, erkennt man für jedes Studium große Schwachstellen. Aber mit Wirtschaftswissenschaften lässt sich die genaue Spezifikation des eigenen beruflichen Bildungsweges zumindest noch etwas vertagen. Und schlecht ist das Studium allemal nicht.
Einziges Problem: Ich habe ein bisschen zu intensiv nachgedacht.
Denn jetzt, mit der unwahrscheinlichen Realität konfrontiert, von Banane 944 niedergestreckt zu werden, fällt mir auf, dass ich weder traurig darüber bin, Mikroökonomie nicht im ersten Versuch mit 1,0 bestanden zu haben, noch darüber, dass das IB nicht mehr möglich ist.
Ich denke mir einfach nur:
"Keiner weiß, wer ich bin."
Während meines gesamten Studiums wollte ich Musik veröffentlichen, Texte schreiben, DJ werden und Events veranstalten. Spoiler: Hab ich nicht.
Warum? Ich habe ein bisschen zu intensiv nachgedacht.
Den Song, den ich gemacht habe, kann ich auch besser machen. Texte schreiben überlassen wir lieber Benjamin von Stuckrad-Barre. Und DJ werden zu wollen ist so ziemlich das Proletenhafteste, was geht. Was werden denn die Anderen denken?
Dabei hätten sie wenigstens irgendetwas von mir gedacht.
Denn wenn ich ganz genau darauf achte, kratzt Banane 944 ganz leicht im Hals.….
Stucki
Mittlerweile wurde Banane 944 durch weitere, weniger dramatische Begegnungen abgelöst. Ich sitze im Kollwitzkiez in Berlin an meiner Stammweinbar und genieße die Sonne, während ich eine Mandel-Cantuccini in meinen Kaffee tunke. Das Schreiben habe ich nicht alleine Benjamin von Stuckrad-Barre überlassen. Sein Buch Panikherz liegt vor mir, und das schlimmstmögliche Neondesign zerstört fast die Ästhetik, die mein Tisch in der Sonne ausstrahlt.
Ich erinnere mich daran, das Buch geliebt, es aber irgendwann aufgehört zu lesen zu haben. Also schlage ich es willkürlich auf. Seite 150: „Der große Tag war gekommen, als Reporter des Rolling Stone traf ich Udo im Hotel Atlantic zum Interview."
Ich lehne mich langsam zurück in meinen Stuhl und setze die Sonnenbrille auf, um zu verbergen, was dahinter passiert. Ich habe soeben entdeckt, dass ich – rein zufällig, durch mein Handeln der letzten Monate – mir einen längst vergessenen Jugendtraum erfüllt habe. Unabsichtlich. Ohne Vorsatz. Ohne Timer.
Ich ertappe mich dabei, tief einzuatmen. Nicht weil ich Angst vor dem Ersticken habe – sondern weil mir beim Ausatmen eine innere Ruhe beiwohnt, die ich seit Langem nicht mehr gespürt habe.
Als hätte mein Körper endlich aufgehört, Bilanz zu ziehen – und einfach nur geatmet.
Noch nicht schnulzig genug?
Was könnte ein Wort sein, dass dieser Website eine gewisse Bedeutung verleiht.
ODEM.
Alles Banane
730
Das ist die von mir grob über den Daumen gepeilte Anzahl an Panikattacken, die ich im Jahr 2025 erlebt habe. Die Rechnung war recht simpel. 365 Tage × 2 Mahlzeiten = 730. Frühstück zählt nicht – das wird eh meistens übersprungen. Eine Mahlzeit weniger, eine Panikattacke weniger. Effizienz hat eben viele Gesichter.
"Essen. Vitalwerte checken. Timer auf eine Stunde."
Das war im Schnitt die Zeit, die ich gebraucht habe, um meinen Kopf von Überlebensinstinkt: „Ich sterbe jeden Moment" auf „Es reicht aus, wenn ich die Hausarbeit erst morgen anfange" umzustellen. Ein Pendelausschlag zwischen existenziellem Abgrund und studentischer Prokrastination. Hört sich absurd an … war es auch!
Stell dir vor, du hast in deinem Leben 943 Bananen gegessen, und plötzlich denkst du dir bei Nr. 944: Was ist, wenn ich allergisch auf Bananen bin? Aber nicht so ein bisschen – so richtig.
Kurz Atemnot. -> Umkippen. -> Tod.
Glaub mir, wenn ich dir sage: Das nervt extrem.
Klar. Tief im Inneren weiß ich schon, dass ich nicht plötzlich eines schrecklichen, unausweichlichen Todes sterben werde. Aber das mit dem Wissen ist eben so eine Sache. Natürlich habe ich den Herd ausgemacht, bevor ich in die Uni gegangen bin, aber wenn ich oft genug darüber nachdenke, bin ich mir auch nicht mehr so sicher. Im Grunde genommen ist die Unsicherheit über den Herd auch der USP aller Weltreligionen. Aber ich schweife ab.
Wo waren wir? … Qualvoller Tod durch Atemnot … genau.
Erkenntnisse
Mein Körper hatte sich also für 2025 den Vorsatz genommen, eine unrealistische Angststörung als Auslöser für tägliche Panikattacken durchzusetzen. Kein Fitnessziel, keine Diät – mein Körper dachte groß. Und neben der Problematik, langsam aber sicher zum Picky Eater zu werden, musste ich mich immer wieder unweigerlich einem persönlichen Tribunal bestehend aus meinen Errungenschaften stellen.
Denn wenn der Körper überzeugt ist, dass er in den nächsten Sekunden abnippelt, zieht der Kopf automatisch Bilanz. Was habe ich eigentlich erreicht? Was bleibt, wenn ich jetzt – mit Gabel im Mund und geöffneter Netflix Startseite – tatsächlich abtreten würde?
Und dann, mitten in diesem selbstauferlegten Verhör, passierte jedes Mal dasselbe: Ich fing an zu zählen. Nicht die Panikattacken – die kannte ich schon. Sondern die anderen Dinge. Die Momente, die Entscheidungen, die kleinen und großen Beweise dafür, dass ich mein Leben nicht einfach nur gelebt, sondern tatsächlich etwas daraus gemacht hatte. Das Studium. Die Freunde, die ich gewählt habe. Die Version von mir, die es bis hierher geschafft hat – bis zu Banane Nr. 944.
Fazit: Das war nicht genug… nicht mal annähernd.
Wie konnte das passieren?
Denk mal drüber nach
In dem einen Moment fest davon überzeugt, Kinderarzt oder Rockstar zu werden – im nächsten: Mikroökonomie, Drittversuch. Eine Schlussfolgerung meiner logischen Deduktion bei der Studienwahl: Medizin – zu viel Biologie, lieber nicht. Rockstar über Nacht – zumindest fragwürdig. Und wenn man genauer darüber nachdenkt, erkennt man für jedes Studium große Schwachstellen. Aber mit Wirtschaftswissenschaften lässt sich die genaue Spezifikation des eigenen beruflichen Bildungsweges zumindest noch etwas vertagen. Und schlecht ist das Studium allemal nicht.
Einziges Problem: Ich habe ein bisschen zu intensiv nachgedacht.
Denn jetzt, mit der unwahrscheinlichen Realität konfrontiert, von Banane 944 niedergestreckt zu werden, fällt mir auf, dass ich weder traurig darüber bin, Mikroökonomie nicht im ersten Versuch mit 1,0 bestanden zu haben, noch darüber, dass das IB nicht mehr möglich ist.
Ich denke mir einfach nur:
"Keiner weiß, wer ich bin."
Während meines gesamten Studiums wollte ich Musik veröffentlichen, Texte schreiben, DJ werden und Events veranstalten. Spoiler: Hab ich nicht.
Warum? Ich habe ein bisschen zu intensiv nachgedacht.
Den Song, den ich gemacht habe, kann ich auch besser machen. Texte schreiben überlassen wir lieber Benjamin von Stuckrad-Barre. Und DJ werden zu wollen ist so ziemlich das Proletenhafteste, was geht. Was werden denn die Anderen denken?
Dabei hätten sie wenigstens irgendetwas von mir gedacht.
Denn wenn ich ganz genau darauf achte, kratzt Banane 944 ganz leicht im Hals.….
Stucki
Mittlerweile wurde Banane 944 durch weitere, weniger dramatische Begegnungen abgelöst. Ich sitze im Kollwitzkiez in Berlin an meiner Stammweinbar und genieße die Sonne, während ich eine Mandel-Cantuccini in meinen Kaffee tunke. Das Schreiben habe ich nicht alleine Benjamin von Stuckrad-Barre überlassen. Sein Buch Panikherz liegt vor mir, und das schlimmstmögliche Neondesign zerstört fast die Ästhetik, die mein Tisch in der Sonne ausstrahlt.
Ich erinnere mich daran, das Buch geliebt, es aber irgendwann aufgehört zu lesen zu haben. Also schlage ich es willkürlich auf. Seite 150: „Der große Tag war gekommen, als Reporter des Rolling Stone traf ich Udo im Hotel Atlantic zum Interview."
Ich lehne mich langsam zurück in meinen Stuhl und setze die Sonnenbrille auf, um zu verbergen, was dahinter passiert. Ich habe soeben entdeckt, dass ich – rein zufällig, durch mein Handeln der letzten Monate – mir einen längst vergessenen Jugendtraum erfüllt habe. Unabsichtlich. Ohne Vorsatz. Ohne Timer.
Ich ertappe mich dabei, tief einzuatmen. Nicht weil ich Angst vor dem Ersticken habe – sondern weil mir beim Ausatmen eine innere Ruhe beiwohnt, die ich seit Langem nicht mehr gespürt habe.
Als hätte mein Körper endlich aufgehört, Bilanz zu ziehen – und einfach nur geatmet.
Noch nicht schnulzig genug?
Was könnte ein Wort sein, dass dieser Website eine gewisse Bedeutung verleiht.
ODEM.