Synthesizer
Synthesizer
CATEGORY:
Wissenswert
DATE:
18. Dezember 2025
Von:
Patrick S. Koch

Synthesizer
Das Instrument, welches in jedem 80er - Jahre Pop Song enthalten ist und gleichzeitig komplexer aussieht als das Cockpit eines Flugzeuges. Etliche Knöpfe und bunte Kabel, die augenscheinlich willkürlich miteinander verbunden sind, erwecken den Eindruck, als gäbe es kaum ein komplexeres Instrument.
Zum Glück bin ich davon überzeugt, ich könne im Notfall ein Flugzeug landen und habe mich daher in das Rabbit Hole Synthesizer gewagt.
Historie
Physische Synthesizer waren in den 80ern der heiße Scheiß. Beispiele gefällig?
Der ikonische DONG am Anfang von Michael Jacksons Beat It oder die sofort erkennbare Hook von Take On Me von a-ha sind populäre Exemplare.
Einziges Problem:
Der Synclavier II, den Michael Jackson nutzte, kostete je nach Ausbau bis zu 400.000 US-Dollar. Ein Preisniveau, bei dem selbst Popstars kurz schlucken mussten. Sting zum Beispiel lieh sich das Monstrum für Englishman in New York schlicht aus, statt es zu kaufen.
Doch ab den 90ern wurden Synthesizer erschwinglicher, wodurch sie auch außerhalb des Pop- und Rock-Bereichs an Popularität gewannen und den Sound von Artists wie Dr. Dre oder Daft Punk nachhaltig prägten.
Aber was macht ein Synthesizer?
Baukasten
Ein Synthesizer ist ein musikalischer Baukasten. Zunächst wird ein Klang durch Oszillatoren erzeugt und anschließend durch Modulationen so lange geformt, bis einem das Endresultat gefällt. Dabei ist es grundsätzlich möglich, jeden erdenklichen Sound zu erstellen - egal ob Geigen, Bässe oder ein simples Klavier.
Und an diesem Punkt muss ich meinem ehemaligen Mathelehrer recht geben:
„Hör zu, das ist wichtig für die Zukunft.“
Wer hätte gedacht, dass er recht behält und die Sinuskurve wieder Einzug in mein Leben findet. Denn die „reinste“ Form eines Klangs lässt sich mathematisch als Sinusschwingung beschreiben. Jeder Sound ist letztlich nichts anderes als eine Kombination vieler solcher Sinuswellen.
Entscheidend ist dabei die Form der Schwingung. Eine glatte Sinuskurve enthält nur den Grundton und klingt entsprechend weich und sauber. Fügt man weitere Sinusschwingungen hinzu, entstehen Ecken und Kanten in der Wellenform – und damit Obertöne.
Um dein unnützes Halbwissen abschließend aufzubessern, hier ein paar fancy Wörter:
Oszillator - Klangerzeuger
Envelope - Tonentwicklung
Wavetable - Klangform
Sie könnten nützlich sein, um den nächsten Hobby-Musiker auf einer Party nachhaltig zu verunsichern oder nicht vorhandenes Wissen überzeugend vorzutäuschen.
Das ikonische Bild des bunten Kabelsalats, das wir mit Synthesizern verbinden, ist letztlich nichts anderes als das sichtbare Verbinden von Klangformen. Und Audio Engineers sind am Ende nichts weiter als die Streber der Kreativbranche.